11.9.2001 a mystery? - 11-september-2001 a mystery? - Ein Putschversuch?

Der Anschlag vom 11.9.2001 - ein Putschversuch?

Bush & Bush


Leseprobe Aus dem zweiten Kapitel des neuen Buches "Die Neo-Cons - Wer treibt die USA in die imperiale Falle?", hrsg. von Dr. Helmut Böttiger, Wiesbaden 2004

Sowohl die ursprüngliche These, daß die Mutmaßung "Es war der Bin Laden" eine an den Haaren herbeigezogene Verschwörungstheorie ist, als auch neue Erkenntnisse über den Hergang und die Hintergründe des elften Septembers machen dieses Buch zu einem unentbehrlichen Werk, das die politischen Absichten der sogenannten NEOCONS bloßstellt.

"Nach dem Angriff auf das World Trade Center (WTC) ist die Welt nicht mehr das, was sie vorher einmal war." Die amerikanische Bevölkerung fühlt sich vom internationalen Terrorismus angegriffen wie 1941 von den Japanern in Pearl Habor und ist nun fest entschlossen, den "Krieg gegen den Terrorismus" zu führen. Die Freie Welt stimmte dieser Einschätzung "uneingeschränkt" zu und die NATO erklärte nach Artikel 5 ihrer Satzung den Bündnisfall für gegeben. Seitdem befindet sie sich im Kriegszustand "gegen den Terrorismus". Doch richtet sich dieser "Krieg" wirklich gegen diejenigen, die auf der höchsten Entscheidungsebene für den Anschlag verantwortlich waren?

"Das (der Anschlag, d. Red.) ist nicht aufs Geratewohl geschehen. Das ist offensichtlich ein genau geplanter Angriff seitens einer sehr fähigen Agentur... Das Ganze war in erster Linie eine innenpolitische, verdeckte Spezialoperation von Leuten aus dem Bereich hochrangiger militärischer Operationen", diese spontane Einschätzung gab Lyndon LaRouche in einem Interview mit dem Sender "K-TALK Radio" in Salt Lake City in den Minuten, als die ersten Meldungen über die ungeheuren Anschläge um die Welt gingen.

Allgemein anerkannt ist, daß es sich bei dem Anschlag um einen terroristischen Akt handelte. Daß der Anschlag auf das Konto eines islamischen Terrornetzwerkes geht, dessen Galionsfigur Osama bin Laden sein soll, ist jedoch zweifelhaft und läßt sich - wenn man den offiziellen Erklärungen und den Medien nicht blind folgen will - mit der sprichwörtlichen "an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit" bestreiten.

Untersuchungskommissionen

Die Vorgänge um die Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center und das Pentagon werden im Bewußtsein der meisten Menschen inzwischen von einer nicht abebbenden Welle von amtlichen und kritischen Informationen und Desinformationen überlagert, daß ihnen ein unbefangenes Bild auf diese Vorfälle kaum mehr möglich ist.

Das Verwirrspiel begann schon mit der amtlichen Kommission, welche die Vorgänge um den 11. September aufklären sollte. Zunächst lehnten der amerikanische Präsident und sein Vize eine Untersuchungskommission ab, da diese die Konzentration vom Afghanistankrieg abziehen würde. Doch sowohl Senat wie Kongreß begannen mit den Vorbereitungen für eine solche Untersuchung und etablierten Ende Januar eine gemeinsame Kommission, in der der Demokrat Bob Graham für den Senat den Vorsitz übernahm und der Republikaner Porter J. Goss für den Kongreß.

Ihre Arbeit begann am 12. Februar 2002 mit L. Britt Snider als Leiter des Untersuchungsstabes, der wegen seiner guten Beziehungen zum Direktor der CIA George W. Tenet jedoch schon bald ins Gerede kam und am 26. April seinen Hut nehmen mußte. Bis Ende Mai stritt man über einen Ersatz, den man schließlich in Eleanore Hill von der Anwaltsfirma King & Spalding fand. Im Juni begann endlich die Arbeit. Die Dienste hatten der Gruppe 400.000 Seiten Berichte überstellt, 400 Interviews waren zu führen. Bei einer dieser Anhörungen erinnerte General M. V. Hayden daran, daß sein Dienst, die National Security Agency (NSA), Telefonate von Bin Laden abgefangen hatte, die erst zum Teil übersetzt worden seien. Dieser Hinweis geriet in die Presse und bot dem Präsidenten und Vizepräsidenten den Anlaß, am 20. Juni in getrennten Schreiben den Vorsitzenden der Kommission einen Verweis zu erteilen, ihre Arbeit sei "alarmingly specific". Wichtiger war, daß dies zum Vorwand diente, die Herausgabe weiterer von der Kommission angeforderter Berichte abzulehnen.

Der Vorgang führte dazu, daß auf Veranlassung des Weißen Hauses das FBI den Fall untersuchte, die 37 Mitglieder der Kommission und ihre 60 Stabsmitglieder intensivster Verhöre unterzog und Unterlagen in ihren Büros beschlagnahmte, angeblich, um die undichte Stelle zu finden. Dabei blieb unberücksichtigt, daß das Weiße Haus selbst genau die gleiche Information schon im September 2001 als Beweis der Täterschaft Bin Ladens veröffentlicht hatte. Eine Unzahl weiterer Hindernisse erschwerte die Arbeit, Streichung der Mittel und Informationsverweigerungen folgten. So verbot das Weiße Haus Verteidigungsminister Rumsfeld und Außenminister Powell vor der Kommission auszusagen. Auch die Dienste schränkten die Zusammenarbeit bis auf wenige förmliche Kontakte ihrer Spitzen plötzlich ein, worüber sich Senator Shelby in einem Interview mit der New York Times am 11. September 2002 beschwerte.

Am 20. Oktober 2002 erklärte der Vorsitzende Senator Graham öffentlich: "Offen gesagt, es gibt da Informationsbelege, die noch immer geheimgehalten werden, von denen ich meine, daß es sich um die wichtigsten Informationen handelt, auf die das Komitee aufmerksam geworden ist." Diese Belege bewiesen, daß das Weiße Haus im Vorhinein von den Anschlägen gewußt habe. In einem öffentlichen Hearing am 10. Dezember 2002 stellte die Vorsitzende Hill den 800seitigen Abschlußbericht der Kommission vor, wobei sie feststellte, daß die Dienste zahlreiche Hinweise auf die Anschläge vom 11. September und verfügbare Informationen nicht aufgegriffen und weiterverfolgt hätten, was an zehn speziellen Beispielen eingehend veranschaulicht worden sei. Schärfer drückte sich Senator Shelby aus, der eine 84seitige Ergänzung ankündigte. Das Weiße Haus war mit der Arbeit der Kommission nicht einverstanden und hält deren umstrittenen Bericht bis auf weiteres unter Verschluß.

Statt dessen setzte es noch im Dezember eine neue zehnköpfige Kommission des Präsidenten und des Kongresses ein, die unter dem Vorsitz Henry Kissingers arbeiten sollte, der jedoch nach anfänglicher Zustimmung seine Mitarbeit einen Tag später genauso wie sein vorgesehener Stellvertreter Georg Mitchell wieder aufkündigte. Den Vorsitz übernahm nach einigem Hin und Her schließlich der ehemalige Gouverneur von New Jersey, Tom Kean. Wieder kam es zum Streit mit den Büros des Präsidenten und vor allem des Vizepräsidenten über die Herausgabe belastender Dokumente, wobei sich das Kommissionsmitglied Max Cleland besonders hart um die Herausgabe der Dokumente bemühte. Seit dem 9. Dezember 2003 ist sein Platz in der Kommission vakant: Der Präsident hatte ihn überraschend zum Direktor der halbamtlichen Export-Import-Bank ernannt, als "Gegenleistung" räumte er seinen Platz in der Kommission. Anläßlich der Veröffentlichung eines Zwischenberichts über die Arbeit der Kommission sagte Tom Kean in einem Interview mit CBS am 17. Dezember 2003: "Wenn Sie den Bericht lesen, werden Sie recht gut verstehen, was hätte getan werden können, aber nicht getan wurde. Dies (die Anschläge, d. Red.) hätten nicht sein müssen." Dem widersprach das Weiße Haus natürlich sofort. Seitdem gibt es Streit um das Ende der Kommissionsarbeit: Das Weiße Haus möchte diese am 27. Mai beendet sehen, die Kommission behauptet, mehr Zeit zu benötigen und will bis September weiterarbeiten. Offensichtlich spielen Wahlkampfüberlegungen eine Rolle.

Diese Vorfälle bestärken das Mißtrauen gegenüber der Regierung. Um so wichtiger ist es, die Ereignisse vom 11. September aufzuklären, mit denen die USA seither nicht nur den Krieg gegen Afghanistan und den Irak, sondern ihr Vorgehen in vielen Politikbereichen nach innen und außen rechtfertigen. Das Selbstverständliche: "Osama bin Laden ist Schuld!" bildet dafür den Ausgangspunkt.

Die Osama-Story

Lyndon LaRouche ging in dem eingangs erwähnten Interview von zwei grundsätzlichen Überlegungen aus. Die erste war: "Die Motivation für dieses Vorhaben kam nicht aus der arabischen Welt." Zweitens beschäftigte er sich mit der Frage, wer die Möglichkeit besaß, über eine Stunde lang zu verhindern, daß die zivile und militärische Luftüberwachung die für einen solchen Zwischenfall vorgesehen Notmaßnahmen ausführte. Dringt ein Flugzeug ohne eingeschalteten Transponder in den Luftraum ein oder weicht es von seiner vorgeschriebenen Route ab, wie es relativ häufig bei kleineren privaten Flugzeugen geschieht, steigen von einem der zahlreichen im Raum Washington und New York gelegenen Luftwaffenstützpunkte Abfangjäger auf, nehmen Kontakt mit dem Flugzeugführer auf und erinnern ihn entweder an seine Pflicht oder zwingen ihn zur Landung. Sollte er trotz mehrfacher Warnung nicht Folge leisten oder ein Flugzeug ohne Insassen über das Satellitensystem GPS oder sonst wie ferngesteuert fliegen, war - schon lange vor den Anschlägen des 11. September - der Abschuß vorgesehen.

Warum diese Routine in diesem Fall nicht befolgt wurde, ist bis heute unbeantwortet geblieben. Man kann sich natürlich mit dem allzeit bereiten Joker "Schlamperei" zufrieden geben. Doch fällt es schwer, in dem am besten gesicherten Luftraum der Welt auf Schlamperei und Versagen der Luftüberwachung zu tippen, zumal der Angriff auf das Pentagon zu einer Zeit erfolgte, als bereits alle Welt den Angriff auf das World Trade Center im Fernsehen mitverfolgte und dabei erfuhr, daß insgesamt vier Flugzeuge entführt worden waren.

Eine weitere Überlegung LaRouches aus der Zeit vor dem Anschlag ist in diesem Zusammenhang vielleicht noch fruchtbarer. Die US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2000 führte zu einem Pat zwischen dem Demokraten Al Gore und dem Republikaner George W. Bush. Aufgrund eigenartiger Umstände wurde der Republikaner zum Sieger erklärt. Als Bush sich bei seinem Amtsantritt im Januar 2001 den berüchtigten "Kopf ab"-Fundamentalisten John Ashcroft als Justizminister aussuchte, warnte LaRouche auf einer Veranstaltung am 3. Januar 2001, die life im Internet übertragen wurde, die Berufung Ashcrofts entspräche "der entscheidenden Wende, die der Reichstagsbrand bei der Machtergreifung Hitlers gespielt und die damals zu den Ermächtigungsgesetzen geführt" habe. LaRouche räumte damals allerdings ein, daß sich beide Ereignisse nicht unmittelbar miteinander vergleichen ließen. Das änderte sich mit dem Anschlag vom 11. September 2001. Er entspricht durchaus der politischen Bedeutung des Berliner Reichstagsbrandes von 1933 genauso wie seine innenpolitischen Folgen, die beiden Patriot Act I und II und die Einrichtung des Büros für Heimatschutz, in gewisser Weise dem Ermächtigungsgesetz ähneln.

Gegen die Täterschaft Osama bin Ladens spricht eine recht grundsätzliche Erwägung. Wie soll der damals schon meistgesuchte Terrorist, der sich, seit die USA seine Auslieferung durch den Sudan im Jahr 1998 ausgeschlagen hatten (obwohl ihm damals schon die beiden Anschläge auf die US-Botschaft in Kenia und Tansania öffentlich zur Last gelegt worden waren!), angeblich in irgendwelchen Höhlen in Afghanistan herumtrieb, ohne elektronische Kommunikationsmittel von dort aus ein derart kompliziertes Zusammenspiel einzelner je für sich schon hoch riskanter Unternehmen geleitet und koordiniert haben?

Er verfügte tatsächlich nur über beschränkte Kommunikationsmittel. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung behauptete am 14. September 2001 unter Berufung auf deutsche Geheimdienstkreise, die USA seien über ihr globales Abhörsystem "Echelon", das aus 120 Nachrichtensatelliten besteht und weltweit den gesamten Funk-, Telefon- und Internetverkehr aufzeichnet, über die bevorstehenden Anschläge informiert gewesen. Dem widersprachen US-Behörden in einer offiziellen Stellungnahme mit dem Hinweis, Bin Laden habe nach 1998 auf elektronische Kommunikation verzichtet. Diese Angabe ist glaubwürdig, denn 1998 hatten die USA ohne Kriegserklärung aufgrund der Koordinaten der bis dahin von Bin Laden, Al Qaida oder Taliban benutzten Kommunikationsnetze Cruise Missile-Angriffe auf deren Ausbildungslager im neutralen Afghanistan geflogen.

Schließlich spricht eine dritte Überlegung gegen die übliche Annahme. Eine alte Geheimdienstregel besagt: Vermeide vorschnelle Antworten, denn diese beeinflussen die Nachforschungen und führen sie leicht in die Irre. Warum sollte diese kluge Regel ausgerechnet vom großen amerikanischen Geheimdienst in diesem Fall nicht berücksichtigt worden sein? Was drängte ihn und die amerikanische Regierung zu der Eile, bereits am gleichen Abend der Anschläge, um 20.30 Uhr, bevor eine genauere Untersuchung überhaupt hatte beginnen können, das "Osama war es!" in die Welt zu setzen?

Darüber hinaus häuften sich in diesem Fall die Unstimmigkeiten und Verdachtsmomente. Das gilt als erstes für die "Spur, so breit wie eine Elefantenherde", welche die amtlicherseits genannten Täter, die islamischen Terroristen, gelegt haben sollen. Noch grotesker als das am Flughafen abgestellte Auto mit Koran, Fluglehrbüchern und bekennenden Tagebucheintragungen war es, daß Sicherheitskräften der Paß des genannten Attentäters Atta aus der zertrümmerten Maschine und dem brennenden Gebäude gut erhalten und eindeutig lesbar direkt vor die Füße fiel.

Verdacht mußte auch die Eile wecken, mit der die US-Regierung die Unfallstellen in New York und am Pentagon räumen und damit alle Beweismittel beseitigen ließ. Weitere Verdachtsmomente ergab die Analyse der Fotos und Videoaufzeichnungen und die genauen statistischen und energetischen Berechnungen, etwa der Vergleich der von den Flugzeugen mitgeführten Kerosinmenge und ihrer kinetischen Energie mit derjenigen, die erforderlich ist, um die Folgen des Anschlags verursachen zu können. Auch die Aufzeichnungen des nur 21 Meilen nördlich des WTC gelegenen Seismographen vom Lamont-Doherty Earth Observatorium lösten Verwunderung aus. Danach zeigten sich beim Aufprall der Flugzeuge nur sehr geringe Erschütterungen. Dagegen wurden kurz vor dem über eine Stunde später erfolgten Einsturz der Türme Erschütterungen von 2,1 auf der Richterskala gemessen. Bei dem früheren Bombenanschlag auf das WTC im Jahr 1993 wurde der weit geringere Ausschlag der Instrumente damit erklärt, daß die "Auto-Bombe nicht mit dem Boden gekoppelt" war. Waren herabstürzende Trümmer etwa besser "mit dem Boden gekoppelt"? Auch aus großer Höhe herabstürzende Trümmer lösen in der Regel keine derartigen seismischen Erschütterungen aus, sagen Fachleute.

Was ist von diesen und weiteren Indizien, die inzwischen in unzähligen Veröffentlichungen breitgetreten werden, zu halten? Zunächst sind die einzelnen Angaben für den Außenstehenden nicht nachzuvollziehen. Für ihn sind es Behauptungen, denen man glauben kann oder auch nicht. Daher lassen sie sich leicht durch ebenfalls wenig überprüfbare Gegenbehauptungen aus den Angeln heben. Der Außenstehende entscheidet dann selbst, welcher Darstellung er mehr Glauben schenken will. Die Subjektivität solcher Glaubensbereitschaft fällt dadurch noch stärker ins Gewicht, daß sich unter solche "Beweise" notgedrungen - oder auch absichtlich - überzogene und widerlegbare Behauptungen mischen. Sie liefern, ohne daß man den Ursprung solcher Behauptungen jeweils untersuchen kann, der Gegenseite Beweise genug, daß der Gesamtverdacht "Quatsch" und Teil hysterischer Verschwörungstheorien sei, die üblicherweise in Verbindung mit größeren tragischen Ereignissen auftreten.

Vorsicht ist geboten, wenn solchen "Beweisen" am Rande der offiziellen Berichterstattung ausnahmsweise sogar der Weg in die "anerkannten" Medien gelingt. Sie bewirken eine - möglicherweise beabsichtigte - Verunsicherung des Medien-Konsumenten, und veranlassen ihn, sich um so fester an die offizielle Berichterstattung zu klammern. Diese und ähnliche psychologische Wirkungen werden von der Verdunklungsstrategie einflußreicher Dienste erforscht und genutzt, vor allem, wenn sie bei ihrer Arbeit mit der sensationslüsternen Medienberichterstattung rechnen müssen und etwas zu verbergen haben, das aufgrund eines "dummen Zufalls" auch auffliegen könnte. Außerdem lenken solche Mutmaßungen und Unterstellungen vom Verständnis der eigentlichen politischen Bedeutung des Ereignisses ab und spielen auf dem Bedürfnis des Bürgers, sich zu "entrüsten". Entrüstung aber ist Verzicht auf die Rüstung, auf die es im politischen Geschäft vor allem ankommen sollte: der Gebrauch der Vernunft.

Reaktionen der US-Regierung

Ein weniger verfängliches Bild von den möglichen Urhebern der Tat zeichnet die möglichst genaue Untersuchung der amtlich nicht bestrittenen Vorgänge. Dabei müssen immer auch die Motive der Täter und die Folgeprozesse berücksichtigt werden, die sie durch ihre Tat auslösen wollten. Die Frage nach dem Motiv darf vor allem nicht durch einfache Antworten leichtfertig beiseite geschoben werden, in dem man den Tätern Dummheit und Beschränktheit unterstellt. Eine solche Antwort wäre zum Beispiel: "Mit dem WTC wollten islamische Terroristen ein Symbol der verhaßten westlichen Finanzinteressen treffen." Das mag durchaus ein Motiv möglicher Selbstmord-Terroristen gewesen sein. Doch was war damit für ihre Sache zu gewinnen? Nimmt man die tatsächlich eingetretenen Folgen, dann richten diese sich ganz allgemein gegen islamische Interessen und nicht nur gegen die Palästinenser und die Unabhängigkeit islamischer Staaten und Lebensgemeinschaften. Sollten Menschen, die einen derart komplizierten Anschlag geplant haben, an solche Wirkungen ihrer Tat nicht gedacht haben?

Es sind auch andere Motive für die Tat denkbar. Ein extremes Motiv könnte die Auslösung eines atomaren Weltkriegs gewesen sein. Der normale Medienkonsument denkt zwar aufgrund des damit verbundenen Schreckens kaum so weit, doch deutet - wie noch zu zeigen ist - der tatsächliche Ablauf der Ereignisse auch auf derart Unvorstellbares hin. Daß dies nicht ausgeschlossen war, zeigt sich am Verhalten des amerikanischen Präsidenten George Bush, nachdem ihm und seiner Umgebung allmählich die Bedeutung der Ereignisse bewußt geworden ist.

Der Präsident wurde von dem ersten Angriff auf das WTC sofort informiert, setzte aber seinen Besuch in der Grundschule von Sarasota in Florida zunächst fort und führte erst um 9.22 Uhr, also über 35 Minuten nach dem ersten und 20 Minuten nach dem zweiten Angriff ein Telefonat mit dem Stab im Weißen Haus.

Fast eine halbe Stunde später, genau um 9.47 Uhr, verließ der Präsident mit einigen Journalisten an Bord der Air Force One Florida, um, was nahe lag, so schnell wie möglich nach Washington zurückzukehren. Da meldeten sich plötzlich um 10 Uhr die Attentäter beim persönlichen Personenschutz des Präsidenten, um eine Botschaft zu übermitteln. Diese Tatsache wurde von Vizepräsident Cheney, Justizminister Ashcroft, Verteidigungsminister Rumsfeld und Bushs innenpolitischem Berater Karl Rove bei unterschiedlichen Gelegenheiten öffentlich bestätigt. Bei dieser Gelegenheit soll sich die Führung der Attentäter durch die Nennung der Übertragungs- und Erkennungscodes des Präsidenten ausgewiesen haben, und zwar diejenigen Codes, die Anordnungen des Präsidenten aus der Air Force One und aus dem Weißen Haus vorangeschickt werden, um sie als solche zu legitimieren.

Der Personenschutz nahm diesen Anruf sehr ernst. Die Entscheidung fiel, den Präsidenten mit zunächst unbekanntem Ziel in Sicherheit zu bringen. Er orderte zur Begleitung der Präsidentenmaschine mehrere Kampfflugzeuge und lenkte diese Flottille zur Militärbasis Barksdale im Staat Louisiana um. Das Weiße Haus wurde geräumt und die wichtigsten Beamten, darunter Vizepräsident Cheney und Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice, gingen in den für den plötzlichen Kriegsausbruch vorgesehenen Befehlsbunker unter dem Westflügel des Weißen Hauses. Auch das Kapitol wurde geräumt und die Abgeordneten mit Hubschraubern zu einem für den Kriegsfall vorgesehenen Atombunker geflogen. Danach wurde die Räumung des Hauptquartiers der Vereinten Nationen, der Weltbank, des Außen- und Justizministeriums angeordnet, um 10.35 Uhr folgte die Evakuierung aller Bundesbehörden in Washington und um 10.57 Uhr schließlich die aller Bundesgebäude. Wurde das alles nur aus Übereifer irgendwelcher subalterner Sicherheitsbeamten angeordnet, die ihre Stunde gekommen sahen und sie nun übertrieben ausspielten?

Vom Stützpunkt Barksdale aus hielt der Präsident um 13.04 Uhr eine Rede an die Nation. Darin teilte er mit, daß die gesamten Streitkräfte der USA, auch die auf Stützpunkten im Ausland, in "höchste Alarmbereitschaft" versetzt worden seien. 40 Minuten später setzte der Verteidigungsminister eine Flotte bestehend aus zwei Flugzeugträgern, fünf Kreuzern und zwei Zerstörern in Marsch und ließ AWACS Flugzeuge aufsteigen, von denen aus normalerweise Luft- und Raketeneinsätze gesteuert werden. Welche Terroristen wollte man auf diese Weise jagen?

Sofort nach seiner Rede bestieg der Präsident um 13.47 Uhr wieder die Airforce One. Wieder ist nicht die Hauptstadt das Ziel. In Begleitung von Kampfflugzeugen fliegt der Präsident nach Offut in Nebraska. Der Militärstützpunkt liegt 2000 Kilometer westlich der Hauptstadt und beherbergt die STRATCOM, die Strategische Kommandozentrale der USA. Von hier aus wird gegebenenfalls die Atomstreitmacht der USA in Gang gesetzt. Da die Attentäter mit ihrem Anruf gezeigt haben, daß sie die Codes des Präsidenten kennen, will er möglicherweise durch seine persönliche Anwesenheit verhindern, daß falsche Anordnungen getroffen werden. Wenn das der wirkliche Grund gewesen war, dann war das eine recht spät getroffene Entscheidung.

Von Offut aus telefonierte Bush mit ausländischen Regierungschefs, vor allem auch mit dem russischen Präsidenten Putin. Dieser hatte ihn bereits Stunden zuvor vergeblich zu erreichen versucht. Putin demobilisierte nach dem Telefonat die in Alarmbereitschaft gesetzten Strategischen Streitkräfte der Russen und brach ein anderes, seit einiger Zeit laufendes Militärmanöver ab. Später erwähnte Präsident Bush dreimal öffentlich dieses Telefongespräch und spricht dem russischen Präsidenten für seine Einsicht und Hilfe ausdrücklich seinen Dank aus.

Nach dem Telefonat entspannte sich die Lage offensichtlich wieder. Jedenfalls verließ der amerikanische Präsident in der Marine One, einem Hubschrauber, umgeben von anderen Hubschraubern, so daß nicht erkennbar war, in welchem er sich befand, um 16.30 Uhr die Kommandozentrale Offut, um nun endgültig nach Washington zurückzukehren. Offen bleibt die Frage, warum es für den russischen Präsidenten viel schwieriger war, in dieser offensichtlich heiklen Situation mit seinem amerikanischen Kollegen Kontakt aufzunehmen, als für die Führung der Attentäter.

In Washington wendet sich Präsident Bush um 18.54 Uhr nach einer Konferenz mit den wichtigsten Mitgliedern seines Krisenkabinetts um 20.30 Uhr noch einmal in einer Ansprache an die Nation. In dieser Rede tauchte zum ersten Mal der Hinweis auf "dämonische Terroristen" als Täter auf. Seitdem steht fest: "Osama bin Laden war es!" Aber war es wegen eines Fanatikers ohne elektronische Kommunikationsmöglichkeiten in den Bergen Afghanistans nötig, in die Strategische Kommandozentrale nach Offut zu fliegen? Auch das zunächst amtlich bestätigte, dann aber nie wieder amtlich erwähnte, auslösende Ereignis stellt eine gewichtige Frage: Wie sollte Osama bin Laden an die Codes gelangt sein, um unmittelbar mit der Personensicherung des Präsidenten in Kontakt treten zu können, zumal dies dem russischen Präsidenten nicht gelungen ist und zwar in einer Krise, die möglicherweise ebenso ernst war, wie die kubanische Raketenkrise des Jahres 1962?

War das alles nur auf das Versagen der zivilen und militärischen Luftüberwachung und der vielfach geübten Notfallroutinen zurückzuführen und handelte es sich bei den dann folgenden Vorgängen nur um die Überreaktionen aus der Fassung gebrachter Sicherheitsleute, die damit ihre vorausgegangene Schlamperei kompensierten? Um diese Frage weiter zu klären, sollte man sich auch die Abfolge der Anschläge in der amtlichen Berichterstattung näher ansehen.

Gab es eine strategische Planung?

In der Medienberichterstattung wurde von vier Flugzeugentführungen gesprochen, die mehr oder weniger zufällig zur gleichen Zeit stattfanden und die immer einzeln, jede für sich, behandelt wurden. Eine Flugzeugentführung ist eine Aufsehen erregende Sache, doch ist dergleichen schon öfter geschehen und von daher in gewisser Weise schon bekannt und - wenn man so will - eine gewohnte Sache. Diese Entführungsserie sah aber anders aus, wenn wir sie als ein Attentat mit vier aufeinander abgestimmten Flugzeugentführungen betrachten. Aus dieser Sicht stellte sie eine ganz andere und bisher völlig unbekannte Sache dar. Das ganz Neue an ihr war der Abstimmungs- und Koordinierungsbedarf, der eine solche Operation erst erfolgreich macht.

Betrachten wir als erstes die Luftüberwachung an der amerikanischen Ostküste. Jedes Flugzeug, auch kleine Privatflugzeuge, sind in diesem Bereich mit einem Transponder ausgerüstet. Dieser meldet den genauen Standort des Flugzeugs, über ihn wird es am Zielflughafen mehr oder weniger automatisch in die Schlange der landebereiten Flugzeuge eingefädelt und dann zur Landung geführt. Den Transponder auszuschalten ist keine einfache Sache und wird nicht an Flugschulen gelehrt, sie steht auch nicht in Lehrbüchern von der Art "Wie fliege ich ein Flugzeug?", wie sie die Attentäter in ihrem am Flugplatz abgestellten Auto zusammen mit Koran und persönlichen Notizen und Hinweisen zurückgelassen hatten.

In drei Flügen gelang es, den Transponder auszuschalten, ohne daß der Pilot Gelegenheit fand, noch schnell eine vierstellige Zahl einzugeben, welche die Entführung der Maschine gemeldet hätten. Nur in einem Fall soll dies gelungen sein.

Wie ist nun die übliche Vorgehensweise? Stellt die Federal Aviation Administration, die zivile Luftüberwachung fest, daß ein Flugzeug ohne Transponder aufsteigen will oder im Flug den Transponder abstellt oder auch nur von dem für das Flugzeug vorgesehenen und festgelegten Kurs abweicht, dann verständigt sie die militärische Luftüberwachung NORAD (North American Aerospace Defense Command). Dieser stehen in dem Raum zwischen Massachusetts, dem Erie See und Virginia 25 Flugfelder der US Air Force, der Air National Guard und der US Navy mit einer großen Anzahl von Jagdflugzeugen zur Verfügung, darunter auch mehrere tausend Überschallflugzeuge. Auf jedem Flugfeld steht eine Flugbereitschaft mit Fliegern, die innerhalb von zwei bis drei Minuten vom Boden abheben können soll.

Betrachten wir, was nach offiziellen, wenn auch schwer überprüfbaren Angaben der Reihe nach geschehen ist. Um 7.59 Uhr hebt als erstes der Anschlagsflugzeuge die AA 11, eine 14 Jahre alte Boeing 767-223 vom International Airport Boston Logan mit elf Personen Besatzung und 81 Reisenden ab. Um 8.20 Uhr wird der Transponder abgeschaltet. Genau zu diesem Zeitpunkt hebt vom gleichen Flughafen die UA 175, eine 18 Jahre alte Boeing 767-222 mit 56 Passagieren und neun Personen Besatzung ab. Sieben Minuten später verläßt die AA 11 ihren vorgeschriebenen Kurs. 18 Minuten später, um 8.38 Uhr, verständigt die Luftüberwachung in Bosten die NORAD. Fünf Minuten später informiert die FAA NORAD, daß auch die UA 175 ohne Transponder fliegt.

Die NORAD verständigt nun die Basis Ottis in Massachusetts. Diese liegt 310 Kilometer, also 20 Flugminuten für Abfangjäger, nördlich von New York. Erst 14 Minuten nach dem Einsatzbefehl der NORAD, also um 8.52 Uhr, heben dort zwei F-15A Abfangjäger ab. Sie erreichen New York um 9.45 Uhr, also 26 Minuten nach dem ersten Einschlag in das WTC und acht Minuten nach dem zweiten.

9.16 Uhr informiert die FAA die NORAD über den dritten Fall, den Flug UA 93. Die knapp vier Jahre alte Boeing 757-222 mit 38 Reisenden und sieben Besatzungsmitgliedern sollte fahrplanmäßig um 8.01 Uhr vom International Airport New Jersey bei Newark starten, war rechtzeitig abgefertigt worden, stand dann aber startbereit 41 Minuten auf der Rollbahn, bevor sie die Starterlaubnis erhielt. Die Maschine blieb bis 9.39 Uhr auf Kurs und schaltete erst eine Minute später den Transponder ab. Was war der FAA 23 Minuten vor diesem Ereignis an diesem Flug aufgefallen und hatte die Meldung an NORAD ausgelöst? Dieses Flugzeug hielt sich bis 10.03 Uhr in der Luft, bevor es bei Shanksville nahe Pittsburgh aus nicht geklärten Gründen abstürzte. Angeblich handelte es sich um einen Aufstand der Passagiere, die Streuung der Wrackteile läßt eher auf einen Abschuß oder eine Sprengung schließen. Sie sollte - so wird vermutet - um 10.30 Uhr ins Weiße Haus oder ins Kapitol stürzen oder die Air Force One bei ihrem zu erwartenden aber während des Flugs vereitelten Anflug auf die Hauptstadt rammen. Bei einem Erfolg dieser Operation wäre Vizepräsident Cheney in die Kommandofunktion des ausgeschalteten Präsidenten aufgerückt.

9.25 Uhr verständigte die FAA die NORAD über die vierte Maschine, die AA 77. Die zehn Jahre alte Boeing 757-223 mit sechs Besatzungsmitgliedern und 58 Passagieren sollte fahrplanmäßig um 8.10 Uhr vom Dulles Airport bei Washington starten, hob aber erst zehn Minuten später ab. Sie hatte bereits um 8.56 Uhr den Transponder abgeschaltet und war schon um 9.02 Uhr von ihrem Kurs abgewichen. Das war genau der Zeitpunkt, zu dem das zweite Flugzeug (UA 175) in den Südturm stürzte. Zehn bis dreizehn Minuten später (hier weichen die offiziellen Angaben voneinander ab) stürzte sie dann in das Pentagon. Sie war eineinviertel Stunden auf einer Strecke unterwegs, die im direkten Flug leicht in fünfzehn Minuten zu bewältigen ist.

Zwei Minuten nach dieser Information, also um 9.27 Uhr, informierte NORAD den von Washington 250 Kilometer, also 14 Flugminuten, entfernten Militärflughafen Langley. Dort heben erst nach acht Minuten, also um 9.35 Uhr drei F-16 Jäger ab. Sie erreichten Washington um 9.49 Uhr, also 14 Minuten zu spät. Auf der Luftwaffenbasis Andrew unmittelbar in der Nähe von Washington stehen immer mindestens zwei Abfangjäger in Alarmstellung bereit. Angeblich hat die Staffel in Andrews den Alarm zur gleichen Zeit wie Langley erhalten, doch seine Abfangjäger, die rechtzeitig zur Stelle gewesen wären, blieben aus unerfindlichen Gründen am Boden, und das 42 Minuten nachdem das erste Flugzeug in den Nordturm des WTC gestürzt war.

Auch der Start der vier Maschinen war in vielerlei Beziehung sonderbar. Wäre es fahrplanmäßig zugegangen, wären alle Maschinen innerhalb von vier Minuten gestartet. Wären diese Flugzeuge direkt auf ihre Ziele zugeflogen, wäre zuerst das Pentagon getroffen worden, weniger als eine halbe Stunde später nahezu gleichzeitig die beiden Türme des WTC und noch einmal fünf Minuten später schließlich das Weiße Haus. Statt dessen gab es eigenartige Verzögerungen. Pünktlich startete nur die AA 11, die nach einem kurzen Flugmanöver um 8.45 Uhr als erstes Ereignis den Nordturm des WTC traf.

Die UA 175, die den Südturm um 9.02 Uhr (17 Minuten nach dem Nordturm) traf, starte mit 16 Minuten Verspätung. Vor dem Angriff drehte sie noch eine weiträumige Ehrenrunde um ganz New York und Newark. Mit zehn Minuten Verspätung startete die AA 77 in nur 15 Flugminuten Entfernung von ihrem Ziel. Sie flog einen einstündigen Umweg bevor sie in das Pentagon stürzte. Rechtzeitig abgefertigt stand die UA 93 auf dem Flugplatz, bevor sie mit 41 Minuten Verspätung abhob, um etwa um 10.30 Uhr ihr vorgesehenes Ziel zu erreichen, was sie allerdings nicht schaffte, weil sie bereits um 10.03 Uhr abgestürzt oder gesprengt worden war. Das geschah in etwa zu der Zeit, als sich die Führung der Attentäter beim Personenschutz des Präsidenten gemeldet hatte.

Deuten diese Unpünktlichkeiten und die daraus folgenden Verzögerungen der Zielfindung nicht auf die begrenzte Koordination und Planung des einen Angriffs mit vier verschiedenen Flugzeugen hin? Das mag dem Laien so erscheinen, ein Militär sieht das anders. Dazu einige weitere Überlegungen:

Der Erfolg des Anschlags hängt natürlich zunächst einmal davon ab, daß das Ziel überhaupt erreicht wird. Aber auch der Zeitpunkt, zu dem dies geschieht, ist nicht unwesentlich am Erfolg beteiligt. Offensichtlich ist daher, daß jede Verzögerung des Fluges und Verlängerung seiner Dauer, vor allem dann, wenn das Flugzeug bereits vom vorgegebenen Kurs abgewichen ist und den Transponder abgestellt hatte und dadurch der Flugüberwachung aufgefallen war, den Erfolg des ganzen Unternehmens gefährden könnte. Daraus ergibt sich die Frage: Standen die den Erfolg der Operation gefährdenden Verzögerungen außerhalb des Einflußbereichs der Attentäter?

Geht man davon aus, daß die Verspätungen für die Terroristen nicht zu beeinflussen waren und sie dadurch nervös gemacht ihr Ziel um so direkter angesteuert hätten, dann wäre bei Erfolg folgende Einschlagsreihenfolge erreicht worden. Als erstes wäre wiederum um 8.35 Uhr das Pentagon getroffen worden, etwa acht Minuten später der Nordturm, 15 Minuten später der Südturm und 55 Minuten später das Weiße Haus. Gibt es Gründe, weshalb das nicht in dieser Reihenfolge geschah?

Bei den beiden Türmen des WTC ist diese Einschlagsfolge tatsächlich annähernd eingehalten worden. Lediglich der zweite Einschlag wurde nur durch die weitläufige Schleife der UA 175 um etwa zwei weitere Minuten hinausgezögert. Am auffälligsten ist der Flug der AA 77, der mit zehn Minuten Verspätung begann und dann noch absichtlich eine Stunde lang hinausgezögert worden ist. Das mußte seinen Erfolg nahezu eine Stunde nach dem ersten Einschlag der ersten Maschine im Nordturm gewaltig gefährden, jedenfalls wenn der Pilot nicht wissen konnte, daß NORAD das falsche Flugfeld für Abfangjäger statt des nahe gelegenen in Andrew verständigt hatte. Außer der Gefährdung wurde bei dem Umweg Kerosin verbrannt, was die Terrorwirkung des geplanten Attentats schmälern würde.

Die Gründe für solche Verzögerungen sind Militärs sofort einsichtig und ergeben sich aus einer kompetenten Zielauswahl. Warum sollte zwischen dem ersten und zweiten Einschlag im WTC eine Zeitspanne von fast 20 Minuten liegen? Hinter dieser Planung liegt das Prinzip der Schadensverstärkung. Nach dem ersten Schlag werden Rettungsmannschaften, Sanitäter, Feuerwehrmänner, der Sicherheitsdienst und andere Hilfskräfte mit ihrer Ausrüstung schnellstmöglich in Bewegung gesetzt. Sie sind zu dem Zeitpunkt zur Stelle, wenn der zweite Einschlag erfolgt. Damit wird Rettungskapazität vernichtet und die Zahl der Opfer steigt. Genau das ist in New York ja auch geschehen. Der Blutzoll unter den Rettungsmannschaften war hoch. Doch mag dies nicht das Hauptmotiv der Verzögerung gewesen sein, denn zu Geschäftsbeginn, um kurz vor neun, befanden sich in den Gebäuden mit 50.000 Arbeitsplätzen aus anderen unbekannten Gründen - jedoch glücklicherweise - erstaunlich wenige Menschen. Der Hauptgrund der Verzögerung war wohl das Medienereignis. Durch sie waren die guten Fernsehaufnahmen des Attentats erklärbar, die den Menschen in aller Welt mit entsprechender Propagandawirkung wieder und wieder vorgeführt wurden.

Auffällig ist die schon erwähnte lange Flugverzögerung beim Flug AA 77, der erst nach 9.35 Uhr, also über eine halbe Stunde nach der zweiten Katastrophe ins Pentagon einschlug. Wo schlug er ein? Dort, wo sich der Hubschrauberlandeplatz des Pentagon befand und die Chance bestand, wichtige Kommandeure, die zur Lagebeurteilung schleunigst heranzitiert worden waren, zu treffen. Wer dort zu diesem Zeitpunkt tatsächlich gelandet ist, ist eine andere Frage, wie auch, dass in dem Gebäudeflügel ein Umbau stattgefunden hatte, so dass zur Zeit des Anschlags niemand in diesem Gebäudeteil arbeitete. Noch interessanter zu wissen wäre allerdings, wer dort nicht gelandet ist und aus welchem Grund. Vielleicht war es der gleiche, der Verteidigungsminister Rumsfeld veranlasste, sogleich medienwirksam seine Hilfsbereitschaft anzubieten, statt sich mit den "strategischen" Seiten des Anschlags auseinanderzusetzen?

Die gleichen Argumente gelten für den geplanten Angriff auf das Weiße Haus, der angeblich erst für 10.30 Uhr vorgesehen war. Zu diesem Zeitpunkt wäre, wenn alles andere glatt gelaufen wäre, der Präsident gerade im Weißen Haus eingetroffen. Es ranken sich viele Gerüchte darum, daß es zu diesem Anschlag nicht kam. Der interessanteste, auf den die Medien allerdings nicht verweisen, könnte in dem erwähnten Gespräch der Anführer des Anschlags mit dem Personenschutz des Präsidenten oder sogar mit diesem selbst zu finden sein. Über den Inhalt des Gesprächs wurde nie etwas bekannt.

Das Ergebnis

Vielleicht verhilft die Betrachtung der Folgen dieser Anschläge zu einem besseren Verständnis, wer für sie verantwortlich sein könnte? Zur nuklearen Beseitigung des als Großmacht in den 80er und 90er Jahren ausgeschalteten Rußland ist es nach dem 11. September 2001 nicht gekommen. Rußland blieb Konkurrenzmacht, trotz wirtschaftlicher Zerrüttung, weil es noch über eine Bewaffnung verfügt, welche die einzig verbliebene militärische Bedrohung für die USA darstellt. Die Bedrohung wächst, seitdem Präsident Putin dort wirtschaftspolitisch die Weichen herumgerissen hat, vor allem aber, seitdem das Land ernsthaft die sicherheitspolitische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China, Indien und der arabischen Welt, vertreten vor allem durch die schiitische Republik Iran, gesucht hat.

Statt eines Nuklearschlags kam es aber nach dem Anschlag vom 11. September 2001 und aufgrund der Erklärung "Osama bin Laden war es!" zur deutlichen und kaum noch verklausulierten Militarisierung der amerikanischen Außenpolitik. Dem Anschlag folgte unmittelbar der lange vorher schon geplante Angriff auf Afghanistan.

Es wurde viel über das Interesse der USA an dieser unwegsamen, armen Bergregion gerätselt und als möglicher Grund der Bau einer Pipeline angeführt, über die sich kaspisches Öl aus dem Grenzgebiet zwischen Rußland und dem Iran wegschaffen ließ. Dabei wird übersehen, daß der Angriff auf Afghanistan nicht weniger als dreizehn neue amerikanische Militärbasen in neun Ländern Zentralasiens zur Folge hatte. Diese Länder grenzen an Afghanistan und die Stützpunkte befinden sich alle in der Schnittstelle zwischen Rußland, China, Indien und dem Iran. Schon 1999 hatte Präsident Clinton diese Region der "Betreuung" durch das US Central Command unterstellt. Diese "Betreuung" wurde im Afghanistankrieg operativ (William Arkin: US Air Bases, Forge Double-Edged Sword, in: Los Angeles Times vom 6. Januar 2002).

Mit dem darauf folgenden Angriff auf den Irak wurde der 40. Breitengrad als eine Art neue Kampflinie zur Eindämmung Rußlands weiter geschlossen. An diesem Breitengrad reihen sich Länder wie Bosnien, Kosovo und Mazedonien auf, er führt durch Georgien, dessen Regierung trotz größtmöglicher Annäherung an die NATO vor kurzem ihren Sturz nicht abwenden konnte. Die Grenzlinie 40. Breitengrad verläuft weiter durch Aserbaidschan, Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisien, Staaten, in denen kürzlich sowjetische Militärbasen von den USA übernommen und ausgebaut wurden.

Der "Krieg gegen den Terrorismus", der nach den Anschlägen des 11. September ausgerufen wurde, richtete sich bisher beachtenswerter Weise nicht gegen Staaten, von denen islamische Terroristen möglicherweise Unterstützung erhielten, wie Saudi Arabien, Pakistan, die Vereinigten Emirate und letztendlich ja auch die USA selbst, sondern gegen Syrien, den Irak, den Iran und Nordkorea. Das sind die Länder, die noch Lücken entlang der strategischen Demarkationslinie darstellen.

Konnte der seltsame Alte, dessen Auslieferung durch die Regierung des Sudans die USA 1998 verschmäht hatten und der sich in die Berge Afghanistans zurückgezogen haben soll, einen Anschlag mit derart weitreichenden Folgen planen? Tatsächlich findet sich kaum ein Kommentator, der dies in einem nichtöffentlichen Gespräch behaupten wollte. Wer aber waren dann die Planer und Initiatoren dieses Attentats, an dem möglicherweise auch junge islamische Männer beteiligt sein mochten? Handelt es sich um so etwas wie den Reichstagsbrand in Berlin 1933? An ihm soll auch ein "verrückter Einzelkämpfer" und Nazigegner beteiligt gewesen sein, der aus lauter Dummheit zum empfindlichen Nachteil aller ernsthaften Widerstandskämpfer der Regierung Hitler den bestmöglichen Vorwand für die geplanten Ermächtigungsgesetze bot.

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